Erste Ideen zu HypertextInternet ist auf den Vormarsch und hat bereits viele neue und komfortable Kommunikationswege geschaffen. Heutzutage können bei BMW Autos konstruiert werden, deren Computertests auf der anderen Seite des Erdballs stattfinden und wo die Absprache und Ergebnisdiskussionen sofort über das Internet vollzogen werden. Ein Arzt kann sich Patienteninformationen aus einem anderen Staat besorgen oder sogar Unfalldaten aus einem andern Kontinent. Wie weit das ganze geht, ist den meisten gar nicht bewußt. Aber um Informationssharing (engl.=Teilen von Informationen) zu realisieren, braucht es nicht nur das Netzwerk, um die Daten zu transportieren, sondern auch die Software, die die Daten aufbereiten kann. Dazu muß man sich aber auf einen Standard einigen, denn sonst kann der Amerikanische Autohersteller die Daten des Deutschen Konstrukteurs nicht entziffern. Als Lösung hat sich Hypertext etabliert. Nun ist Hypertext nicht eine neue Idee sondern sie entstand bereits im Juli 1945 und wurde erst in unserer Zeit durch die moderne Computertechnik realisiert. Vannevar Bush definierte damals in seinem Artikel "As We May Think" ein Hypertextsystem ohne dabei diesen Namen zu verwenden, sondern er hatte einfach die Grundlegende Idee: " Informationen assoziativ zu verknüpfen und dann mit den modernsten zur Verfügung stehenden Mitteln zu Verwalten" . Nur hat es lange gedauert, bis ein System wie das Web und die passende Sprache dazu entwickelt wurden. Erste Schritte zu V. Bush´s Idee wurden von D. Engelbart in den 60er Jahren gemacht. Die Geburt des Begriffs "Hypertext" ist in dem Buch "Computer Dreams" anzusiedeln, das Ted Nelson in den 70er Jahre geschrieben hat. Erst 1987 begann man nun ernsthaft sich dem Problem der Hypertextsysteme zu widmen. In den USA wurde der erste Workshop veranstaltet und Jeff Conklin veröffentlichte eine Zusammenfassung und Übersicht über Systeme und Forschungsstand. In diesem Jahr wurde auch das erste serienreife Hypertextsystem auf Computerbasis von APPLE auf dem Markt gebracht . Das "Hypercard"-System wurde in die Grafische-Benutzer-Oberfläche integriert. Dies waren elektronische Notizzettel, die untereinander durch sogenannte Links verknüpft wurden. Ein Link ist ein maussensitiver Bereich (hervorgehobener Text oder ein Button=Schaltfläche, bzw. Schalter oder Knopf), der beim drücken der Maustaste den dazu verbundenen Notizzettel auf dem Bildschirm darstellt. Damit war das erste allgemein nutzbare Hypertextsystem entstanden. Der wichtige Unterschied zu herkömmlichen Informationsquellen (wie diese Arbeit) liegt darin, daß die Informationen delinearisiert vorliegen. Dies bedeutet, das es keine Reihenfolge und keine Rangfolge mehr gibt. Die Informationen sind nun netzartig organisch gleichwertig strukturiert. "Eine Repräsentationsform für Informationen [...], die nahe der menschlichen Denkweise ist" . Von einer Informationsquelle können nun Links zu anderen Informationsquellen führen. Diese Struktur ist dem eines Computernetzwerkes wie dem Internet sehr ähnlich.


MARKUS KAISER
Erstellt: 24. Jan. 1997
Updated: 24. Jan. 1997