Wo sind die Ursachen für zunehmend Pornographische Inhalte im WWW?

 

Um diese Frage zu beantworten, ist es vermutlich notwendig eine Art Standart-User zu definieren. Welcher Typ Mensch hat die Mittel pornographisches Material aus dem WWW zu beziehen? Wer hat das Bedürfnis?

Ausgehend von diesen Fragen begann ich selbst meine Suche im WWW.

Die technischen Mittel sind in einer Zeit in der ein PC fast schon zur allgemeinen Ausstattung eines Haushalts gehört denkbar einfach. Dann nämlich ist nur noch ein schnelles Modem oder eine ISDN-Karte,.einen Account ins Internet und ein gewisses Grundwissen in Sachen Computer von Nöten. Alles in allem nur ein relativ geringer finanzieller Aufwand verglichen damit, daß man dadurch auch andere Vorteile dieses elektronischen Mediums nutzen kann. Diese Punkte lassen aber dennoch darauf schließen, daß es sich in der Regel nicht vorrangig um soziale Unterschichten sondern durchaus um angesehene und erfolgreiche Mitglieder unserer Gesellschaft handelt.

Wer also sitzt am anderen Ende und weitet seine Augen an den langsam übertragenen und technisch teilweise recht wenig ausgereiften Bildern?

Da dies durch direkte Betrachtung nicht möglich ist können hier nur parallelen gezogen werden. Welcher Typ Mensch benutzt also die einschlägige Schmuddel-Kabine? Männer aller Altersgruppen, besonders aber wohl schon längere Zeit verheiratete Männer mit Kindern, denen es nicht möglich ist derartige Werke in der Videothek auszuleihen und auf dem eigenen Videorecorder zu konsumieren. Hier genau ist die Lücke die sich der PC wohl zu nutzen macht. Sie bietet dem eben genannten Benutzertyp eine optimale Variante die entsprechenden Bilder im heimischen Arbeitszimmer zu genießen. Der Anfang dieser Entwicklung waren einschlägige CD-ROM's die durch die zuhnemende Verbreitung des Internet`s als Vertriebsmedium jetzt auch noch den Gang in die Videothek oder einschlägige Sex-Shops ersparen. Unterstützend hierbei wirkt auch noch die Anonymität des Datennetzes. Es ist zwar schwer vorstellbar, daß in einer Zeit wo elektronische Medien unser gesamtes Leben beeinflußen, immer noch Menschen existieren, die nicht ausreichend aufgeklärt sind und denen wohl das Verständnis für die Normen der heutigen Gesellschaft fehlt. Dieser User hat die Möglichkeit sich wie ein Raubritter aus längst vergangenen Tagen aufzuführen. Der Verlierer der heutigen Sexualität verfügt damit über die Möglichkeit Sieger im "Kampf der Geschlechter" zu bleiben. Sozusagen auf Knopfdruck. Er ist keinen realen Beziehungsproblemen ausgeliefert.

Ebenfalls nicht uninteressant dürfte dieses Medium den Leuten sein die ihre sexuell etwas anders gestalteten Wünsche auf diese Art zu befriedigen Suchen. Da der Vertrieb und Besitz von Kinderpornographischen Tatbeständen in Deutschland genauso verboten ist, wie gewaltverherrlichende Bilder, ist die Anonymität des Netzes hierfür höchst wahrscheinlich ein optimales Medium. Doch rechtfertigt dies alleine schon eine Zensur der im Internet dargestellten Inhalte? Noch dazu wo eine Beschaffung von derartigem Bild- und Filmmaterial auch so, bei entsprechenden Kontakten und finanziellen Möglichkeiten vermutlich kein Problem darstellt.

Abgesehen von den vorher definierten Usertypen dürfte es dann noch den, des nur gelegentlich aus Neugier Schauenden geben. Dieser dürfte wahrscheinlich den größten Anteil ausmachen. Auf ihn wird jedoch nicht näher eingegegangen, da er kaum der Typ ist, der sich einenen Account für einen dieser Server holen wird. Er ist eher der Typ der sich für eine ruhige Minute einen Playboy kauft.

Alles in allem ist es äußerst schwer eine Hauptkonsumentengruppe zu definieren. Man läuft sehr leicht in Gefahr Leute zu verletzen, die sich durch gemachte Aussagen angesprochen fühlen, deshalb möchte ich hiermit betonen, daß gemachte Aussagen auf Vermutungen basieren und ich für alle Anregung zur Überarbeitung des Textes dankbar bin.

Jan Finsterbusch

zurück zur Startseite