Wer hat welche Möglichkeiten der Einflußnahme auf die betrachteten Objekte?

 

Da diese Thematik sehr stark mit dem Thema Zensur in Verbindung steht verweise ich hier als erstes auf die Web-Seite von Stefan Eiselt mit ebengenannter Überschrift. Dennoch sehe ich mich gezwungen dieses Thema nochmals unter dem Blickwinkel Pornographie darzustellen.

Auf der Titelseite war zulesen: "Jugendliche unter 18 Jahren sind vor Pornographie geschützt". Eine Frage die sich jetzt aufdrängt ist: "Wie????" Jedem Menschen ist bekannt das es heute durchaus möglich ist, daß der 12-jährige Sohn oder die Tochter bessere Computerkenntnisse haben kann als Ihre Erziehungsberechtigten. Deshalb vorab ein Appell an alle Erziehungsberechtigte:

"Informieren Sie sich über Möglichkeiten Ihr Kind zu schützen, bevor Sie ihm die uneingeschränkte Nutzung dieses Mediums ermöglichen. Programme wie Cypersitter und Surfwatch stehen Ihnen dabei helfend zur Seite!"

Das Hauptargument der vom "Pornowahn" Geplagten, ist die Befürchtung, daß Kinder und Jugendliche durch Zufall mit dieser Thematik konfrontiert werden. Das jedoch ist durch den Einsatz eben genannter Programme jedoch weitgehend auszuschließen. Desweiteren löst sich dieses Problem zu einem bedeutenden Teil von sich selbst, da kommerzielle Anbieter natürlich ein Entgelt für ihre Leistungen verlangen und eine Kreditkarte und eine Personalausweis Kopie hierfür eine Voraussetzungen sind. Auch die Provider haben bereits reagiert so z.B. Compuserve die mit dem neuen WinCim3.0 der eine Auswahl von seiten der Eltern ermöglicht. Eine Steuerung des Staates ist daher in dieser Richtung nicht nur zu kritisieren sondern sogar nahezu unmöglich.

Eine generelle Sperrung der betreffenden Newsgroups, in denen vor allem legale Pornographie gezeigt wird, ist hierfür keine geeignete Lösung. Diese Bilder würden dann halt in andere Groups gepostet werden. Eine Schutz von Kindern würde immer komplizierter. Auch verschiedene Provider haben negative Erfahrungen mit Zensurversuchen gemacht. So führte das Sperren von 200 Newsgroups durch Compuserve zu einer bis dahin nicht gekannten Ausstiegswelle. AOL versuchte dieses Problem duch das "Ächten" bestimmter Worte in den Griff zu bekommen auch hier ein Flop. Ärzten war die Möglichkeit genommen sich Online über z.B. Operation bei Brustkrebs zu informieren. Eine Zensur von Newsgroups auf Landesebene hat deshalb z.B. keinen Erfolg weil jeder halbwegs versierte User über Telnet Verbindungen zu anderen Newsservern herstellen kann.

Im Falle der harten und in Deutschland verbotenen Pornographie (Sodomie - Sex mit Tieren, Pädophälie - Sex mit Kindern, gewaltvoller Sex) wird die Idee, der Grundgedanke und der daraus resultierende Aufbau des Internets zum Bumerang. Eine Zensur und eine Verfolgung der gegen Sie verstoßenden User und deren Bestrafung ist hier nur schwer durchführbar. So das diese Auswüchse als Preis und Kehrseite der Freiheit gesehen werden müssen. Bob Smith der Direktor der Information Services Association vergleicht das Internet mit einer Stadt: "Wenn man hunderttausende von Menschen zusammenbringt, dann wird es darunter ein paar Problemfälle geben. Wir machen die Städte dadurch nicht zu oder sperren die Leute in ihre Häuser. Wir versuchen, damit auf anderen Wegen fertig zu werden." führte er weiterhin aus. Mal ganz abgesehen davon, daß nicht einmal eine Sperrung sämtlicher Hochgeschwindigkeitskabel für den zivilen Datenverkehr eine Lösung dieses Problemes wäre. Ein Datennetz, wenn auch ein sehr langsames, wird es solange geben wie es PC und Modems gibt. Der Besitz eines Modems unter Strafe? Der Staat ist in der Pflicht einen derartigen Mißbrauch der Kinder zu verhindern. Durchaus begründet scheint mir die Angst, daß der Konsument derartiger Filmclips an einen Punkt kommen kann, an dem ihm eine Kopie dieser Vorgänge nicht mehr zur Befriedigung seiner Lust ausreicht. Er will es live. Dies ist eine realle Gefahr, die aber nicht netzspzifisch ist, sondern unsere gesamte Umwelt betrifft. Das Deutsche Fernmeldegeheimnis schützt Briefe vor einer Kontrolle. Davon ausgehend das für E-Mails die gleichen Maßstäbe gelten, ist man wieder bei einem politischem Thema der vergangenen Monate angelangt: "DER GROßE LAUSCHANGRIFF?". Ich will hier nicht die Argumente, die in der Politik schon zur Genüge ausgetauscht wurden wiedergeben.Ich will nur eine Frage stellen: Ist es nicht sinnvoller dieses Probleme auf andere Art und Weise in den Griff zu bekommen. So z.B. duch das Angreifen der ohne Zweifel sozialen Ursachen. Das verstärkte Auftreten von Kinderpornographie in den letzten Jahren, bestätigt in meinen Augen die These, daß die Ursachen sozialer Natur sind. Auf welchem Wege dies geschehen kann muß ich allerdings die Antwort schuldige bleiben. Das Internet ist ein Ort in dem sich derartige Probleme, nicht einfach in einen begrenzten Raum sperren lassen. Hier muß man sich den Problemen stellen und sie lösen. Für eine Zensur ist es nicht geeignet. Man könnte auch sagen: Es spiegelt unter anderem das Schlechte unser Gesellschaft wieder.

Kurz Zusammengefaßt: Im Fall der "legalen" Pornographie liegt die Verantwortung des Schutzes der Kinder fast ausschließlich bei den Eltern. Bei der harten Pornographie hingegen hat der Staat die Aufgabe und Pflicht Kinder vor einem derartigen Mißbrauch zu schützen. Die Mittel dafür wird die Poltik finden müßen

 

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