Win 95Die große Neuheit - Hier wird von einem stabilen System gesprochen das angeblich nicht auf der altbekannten DOS-Ebene läuft.
Da Win 95 immer noch unter der Virtuellen Maschine (VM) aus Win 3.11 arbeitet, hängt alles an der Zuverlässigkeit der 16-Bit Applikationen. Wenn eines dieser Programme hängt, kann es alle 16-Bit Module der VM beeinträchtigen. Alle anderen Prozesse bleiben stehen.
Im Klartext: Win 95 wird genauso oft abstürzen wie Win 3.1.
Ebenso schützt Win 95 seinen eigenen „System Cache“ vor Überschreiben durch Programme nicht.
Fehlerhafte Daten, zerstörte Files und Systemdaten können aus diesem Grund auftreten.
Von großem Nachteil für das System sind die extrem tiefen und hohen Adreßbereiche in die geschrieben werden kann. Ein einziger falscher Speicherzugriff führt zur Instabilität.
Der Hauptgrund für alle diese Nachteile ist die Abwärtskompatibilität.
Microsoft will auch weiterhin zu den alten Win 3.0 Programmen kompatibel bleiben.
Das heißt, nur ein einziges 32-Bit- oder 16-BIt-Programm darf diese oftbenutzten Fensterverwaltungs- (USER) und Grafikinterface (GDI) -Module gleichzeitig verwenden.
In gewisser Weise behindert das die Geschwindigkeit auf stärker belasteten Systemen, da sich Programme in die Warteliste eintragen müssen, um eine Chance zu bekommen, eine USER oder GDI Routine zu benutzen. So werden alle USER Aufrufe warten gelassen und vom 16-Bit Code behindert.
Die Multitaskingfähigkeit wird bei diesem System auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht. Eine einzige 16-Bit-Anwendung verwandelt Win 95 in Win 3.11 mit anderer Oberfläche.
Oft fragt man sich, wie weit ist Win 95 eigentlich von dem alten DOS entfernt ?
Die Antwort ist, Win 95 ist ein DOS/Windows - Gespann mit einer neuen Oberfläche.
Es handelt sich um ein vollkommen neues Betriebssystem, daß als 32-Bit System angepriesen wurde, es in Wirklichkeit aber immer noch auf DOS-Konzepten aufgebaut ist.
Sogar 32-Bit Applikationen basieren auf einigen Datenstrukturen aus der Real-Mode-DOS Umgebung.
Fällt zum Beispiel der verfügbare Konventionelle Speicher der System VM - die DOS VM, in der alle 16-Bit-Programme und einige 32-Bit-Programme laufen, unter eine gewisse Grenze, meldet Win 95 beharrlich „kein Speicher verfügbar“.
Um zu DOS voll kompatibel zu bleiben, wird zuerst im DOS-Mode gebootet und dann wieder aus dem Speicher geworfen, wenn die Maschine in den SMA Real Mode gesetzt wird.
Dies eliminiert tatsächlich alle DOS Kompatibilitätsprobleme, da der PC nicht mehr im V86 Protectet Mode läuft, er wurde in den Real Mode zurückgesetzt, mit DOS geladen und an den Kommanderinterpreter gesetzt.
Das Starten von SMA hat das totale Schließen von Win 95 zur Folge. Alle Anwendungsprogramme werden beendet, die Netzwerkverbindung abgeschnitten, und der USER sitzt wieder an seinem von der Außenwelt abgeschnittenem DOS PC.
Speicherreserven und Rechnerleistung sind auch hier von Vorteil, aber nicht „überlebenswichtig“.